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Necknamen (Uznamen)


Philippsburger  "Geeße"



Die Philippsburger werden, wie auch die Karlsdorfer, wahrscheinlich wegen der in den vergangenen Zeiten fast in jedem Haushalt gehaltenen Geißen von ihren Nachbarn nach eben diesen Tieren benannt.

So findet sich neben der bekannten Bezeichnung "Geeße" auch der Uzname "Gaissestricher", was heute daran erinnert, dass früher die "Kühe des kleinen Mannes" in Philippsburg ehemals auf den Festungswällen der Stadt grasten.

In alten Quellen findet sich für Philippsburg auch noch die Bezeichnung "Esel", was wahrscheinlich, da sie an gleicher Stelle auch als "Philippsburger Bohlen - Der Teufel muss euch holen." bezeichnet werden, auf die dem Grautier nachgesagten negativen Eigenschaften zurückzuführen ist. Wie gesehen wurden die Philippsburger ebenfalls von ihren Nachbarn als "Bohle" bezeichnet, was "Tölpel" bedeutet, heute aber nicht mehr gebräuchlich ist.

Auch "Lachleut" findet sich für die Philippsburger in alten Quellen, was darauf zurückzuführen sein soll, dass die Philippsburger den Buchstaben "g" wie ein "ch" aussprechen.

Zu guter Letzt wurden die Philippsburger noch von ihren lieben Nachbarn als "Stadtschisser" tituliert, die Bedeutung dieses Uznamens leite sich ein jeder selbst ab.

Alle vorgenannten Uznamen wurden aber vom heute gebräuchlichen Übernamen "Geeße" verdrängt und geraten langsam in Vergessenheit.



Huttenheimer  "Hirsch", "Hirschböck"



Die Huttenheimer werden dem Volksmund aufgrund des folgenden Umstands "Hirsche" oder "Hirschböck" genannt, der sich einmal in Huttenheim abgespielt haben soll:

Einstmals hielt der Fürstbischof von Speyer eine große Treibjagd. Der Wald war dicht, und die Treiber aus den Nachbarorten konnten nicht mehr hindurch, nur den Männern aus Huttenheim soll es gelungen sein, den Hirschen durch das Dickicht zu folgen. Deshalb soll der Fürstbischof ausgerufen haben:
"Seht, meine Huttenheimer, die springen durchs Dickicht wie meine Hirsche."

Eine andere Entstehungsvariante geht dahin, dass eines Sonntag morgens ein Huttenheimer am Stammtisch berichtete, er hätte im Wald einen weißen Hirsch gesehen. Dieser Bericht wurde in der folgenden Zeit immer herrlicher am Stammtisch ausgeschmückt und gelangte so irgendwann zu den Bewohnern der umliegenden Ortschaften. Diesen war die Fabelgeschichte offenbar ein gefundenes Fressen und so wurden die Huttenheimer fortan zu "Hirschböcken".

Auch die Frauen des Ortes nennen ihre Männer bei übler Laune "Hersch" und sagen: "Ihr seid halt "Hersch", bei euch geht's immer trab trab".

Nach mündlichen Überlieferungen sind auch die Huttenheimer, wie die Dürrenbüchiger "Gebhardle", früher einmal das Opfer einer falschen Mobilmachung geworden, warum sie auch heute noch vereinzelt als "Mobilhirsch" bekannt sind.

Die Huttenheimer werden in alten Quellen auch noch als "Esel" bezeichnet, dieser Uzname findet heute allerdings keine Anwendung mehr.

Die Rheinsheimer nannten die Huttenheimer früher auch "Schwänz", angeblich weil diese häufig als Hirten tätig waren. Auch dieser Uzname wird heute nicht mehr benutzt.



Rheinsheimer  "Stockrübe"


Woher kommen die Rheinsheimer Stockrüben?

 

Aus lauter Armut mussten sich die Bauern früher ihre Dickrüben selber ziehen, weil sie kein Geld hatten, den teuren Samen zu kaufen. So wurden die schönsten Rüben, von denen man die besten Erbanlagen erwarten konnte, beim Ernten ganz vorsichtig auf den Wagen gesetzt, während man die anderen wahllos durcheinander warf. Im Scheunenkeller wurde eine Ecke mit viel Stroh ausgelegt, in das dies kostbare Gut gebettet wurde. Mit der Polsterung konnten mögliche Druckstellen und Schäden verhindert werden. Über Winter haben die Rüben dann junge Blätter getrieben, wie wir es bei eingekellerten Kartoffeln kennen.

 

Im Frühjahr war das bestgelegene Beet des Hausgartens gerade gut genug, um die gekeimten Rüben so hineinzusetzen, dass nur noch die neuen Triebe aus der Erde herausragten. Während des Wachstums entwickelten sich nun pro Rübe ca. 5-6 Samenträger, die zum Schutz vor dem Wind an einen Stock gebunden wurden. Als der Samen reif war, wurde er abgeschnitten und auf den Dachboden gehängt, wo er in der warmen Luft trocknete. Im darauffolgenden Frühjahr konnte der selbstgezogene Samen der "Stockrüben" ausgesät werden.

 

Viele Auswärtige der ganzen Umgebung kamen in unser Dorf, um den berühmten und in seiner Form wohl einmaligen "Stockrübensamen" zu kaufen.

 

Dieser genialen Erfindung der damaligen Bauern aus Rheinsheim verdanken wir unseren originellen Namen - "Stockrübe".

 

Quelle:

1200 Jahre Rheinsheim, Rheinsheimer Heimatbuch - Beiträge zur Geschichte und Gegenwart -

Herausgegeben von der Stadtverwaltung Philippsburg im Jubiläumsjahr 1984.
Im Auftrag von Bürgermeister Fritz Dürrschnabel




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