Der Philippus-Brunnen in Philippsburg Heimatstadt Philippsburg im Jahre 1958
Im Zuge der Neugestaltung des Kirchenplatzes im Jahre 1955 und anlässlich der Heimattage im Jahre 1958 stiftete Senator Dr.Burda zu Ehren des Namenspatrons von Philippsburg, dem Hl. Philippus (einer der Zwölf–Apostel Jesu), einen Marktbrunnen. Bei der Umgestaltung des Kirchenplatzes sollte ein entsprechend großer Freiraum geschaffen werden, damit der Brunnen von allen Seiten auf den Betrachter wirken konnte. Es wurde das Kugeldenkmal, das im vorderen Bereich in der Nähe bei der Siegeslinde stand, an den alten Städtischen Kindergarten (Ecke Udenheimer-/Zeughausstr.), versetzt. Das Kugeldenkmal erhielt einige Jahre später seinen neuen Standort auf der Promenade, wo es auch heute noch steht. Der Philipppus-Brunnen bildete nun den neuen Mittelpunkt auf dem Kirchenplatzes und fügt sich harmonisch in das Gesamtbild vor der Kirche und als Abschluss des Platzes, dem Pfarrhaus, ein. Der Platz wurde im Jahr 1974 umbenannt in “Il–de-Re–Platz“ und erhielt 1998 eine Bepflanzung mit Blumenbeeten und 28 Platanen. Man kann mit Fug und Recht sagen: “ Es ist die gute Stube von Philippsburg“. Hier kann man Feste feiern, zu jedem Anlass, wie es auch in der Vergangenheit schon öfters der Fall war. Leider stellte sich im Herbst 2006 ein Pilzbefall an der Siegeslinde, die 1871 gepflanzt wurde, heraus und es ist nicht abzusehen, ob der Baum nach dem kräftigem Rückschnitt überleben wird.
Der Heimatfreund und Ehrenbürger Senator Dr. Burda, Stifter des Philippus-Brunnen Der Brunnen weist als Grundriss ein regelmäßiges Achteck auf. In der Ausgestaltung des Brunnens hatte der feinsinnige Geschichtskenner und Heimatfreund Senator Dr. Burda die historische Vergangenheit von Philippsburg durch den Künstler wieder aufleben lassen. Die Darstellungen an den acht Brunnenwangen, die als Flachreliefs ausgeführt sind, stehen für die jeweiligen großen geschichtlichen epochalen Ereignisse, aber auch einzelne Besonderheiten aus dem Alltag von Philippsburg sind wiedergegeben. Der Beckenrand des Brunnen ist mit einer großflächigen Abdeckung versehen. Durch die gedrungene und behäbige Form des Brunnenbeckens stellt er den ruhenden Pool auf dem Kirchenvorplatz dar. Zugleich wirkt die Brunnensäule, die wie ein Obelisk aus der Beckenmitte herragt, als ein “Hingucker“. Auf der Brunnensäule steht der Hl. Philippus, dargestellt mit Buch in der rechten und dem lateinischen Kreuz in der linken Hand (Ikonographie des Hl. Philippus). An den vier Röhren, die aus der unteren Mitte Brunnensäule herausragen, befinden sich im Hintergrund dämonische Köpfe. Am oberen Teil der Säule befinden sich die Wappen von Philippsburg, Baden, Speyer und Österreich. Sie sollen symbolisch auf die historischen politischen und geschichtlichen Verbindungen hinweisen. Im unteren Teil der Säule, unterhalb des Wappens von Philippsburg, befindet sich ein Portrait des Ehrenbürgers Senator Dr. Burda, der am 26.04.1958 das Ehrenbürgerrecht von Philippsburg verliehen bekam. Der Bildhauer E. Hobbing Der Bildhauer Edzard Hobbing aus Heidelberg erhielt von Senator Dr. Burda den Auftrag, den Brunnen nach seinen Vorgaben zu gestalten. Er hatte die Vorgaben meisterlich umgesetzt und schuf das Brunnenbecken, die Brunnensäule und die Figur des Hl. Philippus aus fränkischem Kalkstein, in einem modernen, aber nicht abstrakten Stil. Das Material ist äußerst witterungsbeständig, wie man es nach 50 Jahren seit der Errichtung des Brunnens feststellen konnte. Für die Umsetzung der Historie an den Brunnenwangen wählte der Bildhauer die figürliche Darstellung in aussagefähigen, für jedermann erkennbare Szenen und Bildern. Als Erläuterung für die einzelnen Bilder sind die Darstellungen zusätzlich mit einem Titel versehen.
Die Themen der Darstellungen an den Brunnenwangen:
Die nachträgliche Bemalung des Brunnens mit neuen Stilelementen wurde durch den Kunsterzieher am hiesigen Gymnasium, Herrn Neumann, vorgenommen.
|
||
